DDR Wäschekorb
Der Waschtag begann in vielen Haushalten mit demselben Griff: rein in den Wäschekorb, ab zur Leine oder in den Trockenboden. Ob geflochten aus Weide oder aus buntem Plaste geformt, der DDR Wäschekorb war ein stiller Dauerläufer, der Jahrzehnte überstand und heute wieder gesucht wird.
Weidenkorb, Plaste und der Waschtag im Osten
In den meisten Haushalten der DDR standen zwei Typen von Wäschekorb nebeneinander. Der klassische Weidenkorb kam aus der Korbflechterei, oft aus regionalen Handwerksbetrieben oder Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH), die geschälte Weidenruten zu robusten ovalen Körben verarbeiteten. Diese Stücke hielten unglaublich lange, wurden vererbt und bekamen mit den Jahren die typische honigbraune Patina. Daneben setzte sich ab den 1960er-Jahren zunehmend der Korb aus Plaste durch: leicht, abwaschbar, in kräftigem Rot, Blau oder Cremeweiß.
Der Waschtag selbst war ein Ereignis. Ohne die selbstverständliche Vollausstattung mit Trommelwaschmaschinen wurde vieles per Hand oder mit Geräten wie der WM66 erledigt, ausgewrungen und dann Korb für Korb nach draußen getragen. Der Wäschekorb war dabei das Bindeglied zwischen Waschküche, Trockenboden und Leine.
Woher die Körbe kamen: Handwerk, HO und Kaufhalle
Geflochtene Körbe stammten häufig aus dem regionalen Korbmacherhandwerk, teils aus traditionsreichen Flechtregionen. Verkauft wurden sie über den staatlichen Einzelhandel der HO, über Konsum-Verkaufsstellen und in der Kaufhalle. Die Plaste-Varianten liefen über die volkseigenen Betriebe der Kunststoffverarbeitung und tauchten im selben Regal auf wie andere Haushaltshelfer.
Charakteristisch war die Langlebigkeit statt schnellem Austausch. Ein Korb war eine Anschaffung fürs Jahrzehnt, kein Wegwerfartikel. Genau diese Haltbarkeit ist der Grund, warum heute noch so viele Originale auf Dachböden, in Kellern und auf Flohmärkten auftauchen und in gutem Zustand sind.
Vom Wäschekorb zum Alleskönner
Kaum ein Haushaltsgegenstand wurde so vielseitig zweckentfremdet. Der Wäschekorb diente als Transportbehälter beim Einkaufen, als Aufbewahrung für Spielzeug, als Erntekorb im Garten und im Sommer als Sammelbehälter für Fallobst. Direkt daneben gehörten die Utensilien fürs Wäscheaufhängen dazu: die kräftig gefärbten DDR Wäscheklammern und der handliche DDR Klammerkorb, der an der Leine mitwanderte.
Wer den Waschtag von damals nachstellen möchte, kommt an den großen Behältnissen kaum vorbei. Neben dem Wäschekorb spielte auch die Zinkwanne eine zentrale Rolle, in der eingeweicht, gewaschen und gespült wurde. Zusammen ergeben diese Stücke das vertraute Bild einer ostdeutschen Waschküche.
Wäschekörbe heute im Vergleich
Original erhaltene DDR-Körbe sind Sammlerstücke und nicht immer im Alltag praktisch. Wer einfach einen robusten, gut nutzbaren Korb im vertrauten Stil sucht, findet heute passende Modelle aus Kunststoff sowie Varianten in Rattan- und Flechtoptik, die dem alten Weidenkorb nachempfunden sind.
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Worauf du beim Kauf achten solltest
Ob Original oder Nachkauf, ein paar Kriterien helfen bei der Entscheidung:
- Material: Echte Weidenkörbe wirken authentischer und atmen, sind aber empfindlicher gegen Nässe. Kunststoff ist pflegeleicht und abwaschbar, Modelle in Rattan-Optik verbinden beides.
- Größe: 40 bis 60 Liter reichen für einen Single- oder Zweipersonenhaushalt, für Familien lohnen sich größere oder klappbare Modelle mit deutlich mehr Volumen.
- Griffe: Ergonomische oder weiche Soft-Touch-Griffe schonen die Hände beim Tragen der nassen, schweren Wäsche.
- Belüftung: Löcher oder eine offene Flechtstruktur lassen Luft an feuchte Textilien und beugen Muffgeruch vor.
- Zustand bei Originalen: Achte bei geflochtenen Altstücken auf gebrochene Ruten, Stabilität des Bodens und Trockenheit, damit sich kein Schimmel gebildet hat.
Häufige Fragen
Woraus bestanden Wäschekörbe in der DDR? +
Es gab vor allem zwei Varianten: den traditionell aus Weidenruten geflochtenen Korb aus dem Korbmacherhandwerk und ab den 1960er-Jahren zunehmend Körbe aus Plaste (Kunststoff) in Rot, Blau oder Cremeweiß.
Wo konnte man in der DDR einen Wäschekorb kaufen? +
Wäschekörbe gab es im staatlichen Einzelhandel, also in HO-Geschäften, in Konsum-Verkaufsstellen und in der Kaufhalle. Geflochtene Körbe stammten oft aus regionalen Handwerksbetrieben und Produktionsgenossenschaften.
Sind alte DDR-Wäschekörbe heute noch nutzbar? +
Ja. Viele Originale sind wegen ihrer robusten Bauweise gut erhalten. Bei geflochtenen Körben solltest du auf gebrochene Ruten, einen stabilen Boden und Trockenheit ohne Schimmel achten.
Welche Größe sollte ein Wäschekorb haben? +
Für ein bis zwei Personen reichen meist 40 bis 60 Liter. Für Familien oder größere Wäschemengen sind größere Modelle oder zusammenklappbare Wäschesammler mit deutlich mehr Volumen sinnvoll.
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