DDR Brettspiele
Ein Regennachmittag, der klappernde Deckel einer abgegriffenen Spieleschachtel, und schon rollte der Würfel über den Küchentisch: DDR Brettspiele gehörten in fast jedem Haushalt zwischen Rostock und Suhl zur Grundausstattung. Zwischen VEB-Produktion, Materialknappheit und cleveren Eigenkonstruktionen entstand eine Spielekultur, die bis heute Generationen an einen Tisch bringt.
Wie in der DDR gespielt wurde
Brettspiele waren in der DDR mehr als Zeitvertreib. Sie waren gesellig, langlebig und oft das Zentrum des Familienabends, wenn das Fernsehprogramm mit dem Sandmännchen endete. Hergestellt wurden viele Spiele in volkseigenen Betrieben, etwa vom VEB Plasticart oder in Betrieben, die dem Ministerium für Spielwaren zuarbeiteten. Der Klassiker Sonneberg im Thüringer Wald blieb auch nach 1945 ein Zentrum der Spielwarenproduktion.
Typisch war die Materialwahl: Spielfiguren aus Plaste, Würfel und Kegel aus Vollkunststoff, Bretter aus bedruckter Pappe. Wo Material knapp wurde, half Improvisation. Viele Familien bastelten fehlende Figuren nach, malten Felder neu an oder ersetzten verlorene Würfel durch selbst geschnitzte. So überlebte manche Schachtel drei Kinder und wurde trotzdem noch an die Enkel weitergereicht.
Die beliebtesten Klassiker und ihre Regeln
Manche Titel kannte jedes Kind. "Fang den Hut" gehörte zu den absoluten Favoriten: Bunte Hütchen wurden über das Sternfeld bewegt, und wer auf ein gegnerisches Feld zog, stülpte den fremden Hut über den eigenen und schleppte ihn mit. Ein schadenfrohes Vergnügen, das ganze Familien in Aufruhr versetzte.
Das Hütchenspiel als Geschicklichkeitsvariante trainierte Fingerfertigkeit, während das Flohspiel mit gewölbten Plaste-Plättchen ganz auf Treffsicherheit setzte: Mit einem Druck auf den Rand sprangen die "Flöhe" in den Becher. Für ruhigere Runden gab es Solitaire, das Steckspiel für eine Person, bei dem so lange Kugeln übersprungen werden, bis nur noch eine übrig bleibt. Wer sich für die ganze Bandbreite an Würfel- und Laufspielen interessiert, findet unter DDR Gesellschaftsspiele weitere Kult-Titel.
Lernspiele und der pädagogische Anspruch
Spiele hatten im DDR-Alltag oft auch einen Bildungsauftrag. Memory-artige Zuordnungsspiele schulten das Gedächtnis, Steckspiele die Feinmotorik der Jüngsten. Der Staat legte Wert darauf, dass Spielzeug Kinder förderte, nicht nur beschäftigte. Deshalb fanden sich in Kaufhalle, Konsum und HO-Läden viele Spiele, die Rechnen, Buchstaben oder Naturkunde spielerisch vermittelten.
Wer heute in einer alten DDR-Spieleschachtel stöbert, entdeckt oft diese Doppelnatur aus Spaß und Lernen. Mehr über die Spielkultur jener Zeit liest du in Das waren die Lieblingsspielzeuge in der DDR.
Beliebte DDR Brettspiele im Vergleich
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Worauf du beim Kauf achten solltest
Ob echtes Original oder liebevoll gemachte Neuauflage im Retro-Stil: Beim Kauf lohnt ein genauer Blick.
- Vollständigkeit: Prüfe bei gebrauchten Originalen, ob alle Figuren, Würfel und Karten dabei sind. Gerade Plaste-Hütchen und kleine Kegel gehen schnell verloren.
- Zustand der Pappe: Alte Spielbretter und Schachteln reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit. Wellige Ecken und Stockflecken mindern den Sammlerwert.
- Original oder Neuauflage: Viele Klassiker werden heute von Herstellern wie Noris, Schmidt Spiele oder Ravensburger neu aufgelegt. Diese sind robuster und komplett, aber kein historisches Sammlerstück.
- Spielerzahl und Alter: Achte auf die angegebene Spieleranzahl und Altersempfehlung, damit das Spiel zur Runde passt.
- Verwendungszweck: Für den Spielabend zählt Vollständigkeit, für die Vitrine eher Originalität und Erhaltungsgrad.
Ein gutes DDR Brettspiel ist mehr als ein Spiel: Es ist ein Stück Alltagsgeschichte zum Anfassen. Wer die ganze Bandbreite entdecken möchte, wird auch beim Stichwort Brettspiel DDR fündig.
Häufige Fragen
Welche Brettspiele waren in der DDR am beliebtesten? +
Zu den beliebtesten zählten Fang den Hut, das Flohspiel, verschiedene Hütchen- und Geschicklichkeitsspiele sowie Solitaire. Diese Klassiker gehörten in vielen Familien zur festen Ausstattung für den Spielabend.
Wo wurden DDR Brettspiele hergestellt? +
Viele Spiele stammten aus volkseigenen Betrieben (VEB), insbesondere aus der Spielwarenregion um Sonneberg in Thüringen. Verkauft wurden sie über Kaufhalle, Konsum und HO-Läden.
Kann man DDR Brettspiele heute noch kaufen? +
Ja. Originale finden sich auf Flohmärkten und bei Sammlern, viele Klassiker werden zudem von Herstellern wie Noris, Schmidt Spiele und Ravensburger als Neuauflage im Retro-Stil angeboten.
Woraus bestanden die Spielfiguren in DDR-Brettspielen? +
Die meisten Figuren, Würfel und Kegel wurden aus Plaste (Kunststoff) gefertigt, die Bretter und Schachteln aus bedruckter Pappe. Bei Materialknappheit ersetzten Familien fehlende Teile oft selbst.
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